Ob Waldweg, Asphalt, Schnee oder Matsch: Unsere Hunde erkunden ihre Umgebung auf vier Pfoten – und das meistens völlig ohne Schuhe. Ihre Pfoten müssen dabei einiges aushalten. Doch obwohl sie täglich beansprucht werden, schenken wir ihnen oft erst dann Aufmerksamkeit, wenn etwas nicht stimmt.
Dabei lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf Ballen, Krallen und Zehenzwischenräume. Denn trockene Haut, kleine Verletzungen oder Fremdkörper können für Hunde ziemlich unangenehm werden.
Aber wie viel Pfotenpflege ist überhaupt notwendig? Brauchen Hunde regelmäßig Pfotenbalsam? Was hilft gegen Streusalz im Winter und heißen Asphalt im Sommer? Wir schauen uns genauer an, wie Hundepfoten funktionieren und worauf es bei ihrer Pflege wirklich ankommt.
Kleine Pfoten, große Aufgaben: So sind Hundepfoten aufgebaut
Hundepfoten sind erstaunlich gut an Bewegung angepasst. Ihre Ballen bestehen aus einer widerstandsfähigen Hautschicht und darunterliegendem Polstergewebe, das Druck und Stöße abfedert.
Dadurch unterstützen die Pfoten deinen Hund beim Laufen, Springen, Bremsen und bei schnellen Richtungswechseln. Gleichzeitig helfen die Ballen, auf unterschiedlichen Untergründen Halt zu finden.
Eine Hundepfote besteht aus mehreren Bereichen:
Die Zehenballen
Unter den einzelnen Zehen liegen kleinere Ballen. Sie unterstützen die Gewichtsverteilung und sorgen beim Laufen für Halt.
Der große Mittelballen
Er liegt unter den Zehenballen und trägt wesentlich dazu bei, Belastungen beim Auftreten abzufedern.
Krallen und Zehenzwischenräume
Die Krallen helfen bei der Fortbewegung und geben zusätzlichen Halt. Zwischen den Zehen befinden sich Haut und häufig Fell, in denen sich Schmutz, kleine Steinchen, Grannen oder Schnee festsetzen können.

★ Schon gewusst?
Die Ballen eines Hundes dienen nicht nur als natürliche Polsterung. Sie helfen auch dabei, die Pfoten vor mechanischer Belastung und Temperaturschwankungen zu schützen. Trotzdem sind sie keineswegs unempfindlich: Auch die widerstandsfähige Ballenhaut kann reißen, sich entzünden oder Verbrennungen erleiden.
Woran erkennst du gesunde Hundepfoten?
Gesunde Hundeballen müssen nicht vollkommen glatt sein. Eine leicht raue, feste Oberfläche ist normal und hilft deinem Hund, auf verschiedenen Untergründen sicher unterwegs zu sein.
Entscheidend ist vielmehr, dass die Haut intakt ist, dein Hund beschwerdefrei läuft und keine auffälligen Veränderungen zu erkennen sind.
Achte bei einer kurzen Kontrolle auf folgende Merkmale:
✓ Die Ballen sind frei von tiefen Rissen und offenen Stellen.
✓ Zwischen den Zehen befinden sich keine Fremdkörper.
✓ Die Haut ist nicht auffällig gerötet oder geschwollen.
✓ Die Krallen behindern den natürlichen Bewegungsablauf nicht.
✓ Dein Hund läuft gleichmäßig und belastet alle Pfoten normal.
Die Farbe der Ballen kann übrigens von Hund zu Hund unterschiedlich sein. Manche haben schwarze, andere rosafarbene oder gefleckte Ballen. Wichtig ist vor allem, ob sich das Aussehen im Vergleich zum Normalzustand verändert.
Warum bekommen Hunde trockene oder rissige Pfoten?
Genau wie unsere Haut können auch Hundeballen trocken und spröde werden. Dabei spielen äußere Einflüsse eine wichtige Rolle. Nicht jede raue Stelle ist gleich ein gesundheitliches Problem, doch tiefere Risse können schmerzhaft werden und Eintrittspforten für Krankheitserreger bilden.
Besonders häufig werden die Pfoten durch folgende Faktoren belastet:
Raue und harte Untergründe
Asphalt, Schotter, grober Kies oder steinige Wanderwege können die Ballen mechanisch beanspruchen. Besonders bei ungewohnt langen Touren oder intensiver Bewegung kann es zu Abschürfungen kommen.
Kälte und Streusalz
Kalte Temperaturen, Schnee, Eis und Streusalz können die Haut reizen und austrocknen. Streusplit kann zusätzlich kleine Verletzungen verursachen.
Heiße Oberflächen
Im Sommer können sich Asphalt und andere Oberflächen in der Sonne stark aufheizen. Die Ballen sind zwar widerstandsfähig, aber nicht vor Verbrennungen geschützt.
Erkrankungen oder Hautprobleme
Treten Risse immer wieder auf, sind die Ballen ungewöhnlich stark verdickt oder zeigen mehrere Pfoten gleichzeitig deutliche Veränderungen, können auch medizinische Ursachen dahinterstecken. Dazu zählen beispielsweise Hauterkrankungen, Entzündungen oder Störungen der Verhornung. Solche Veränderungen sollten tierärztlich untersucht werden.
Hundepfoten im Winter: Streusalz, Schnee und Eis
Der Winter stellt Hundepfoten vor besondere Herausforderungen. Während wir warme Schuhe tragen, laufen unsere Vierbeiner direkt über gefrorene Wege, Splitt und gestreute Bürgersteige.
Vor allem Streusalz ist problematisch. Es kann empfindliche Haut reizen und auf bereits verletzten Ballen unangenehm brennen. Außerdem können Hunde Salzreste beim anschließenden Ablecken aufnehmen, was zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann.
Was hilft gegen Streusalz?
Am besten meidest du nach Möglichkeit stark gestreute Wege. Besonders für Hunde mit empfindlichen oder vorgeschädigten Ballen kann ein geeigneter Pfotenschutz sinnvoll sein.
Ein spezieller, für Hunde geeigneter Pfotenbalsam kann vor dem Spaziergang dünn aufgetragen werden. Er soll die Haut geschmeidig halten und einen gewissen Schutzfilm bilden. Vollständig vor Streusalz oder mechanischen Verletzungen schützt er allerdings nicht.
Nach dem Spaziergang solltest du die Pfoten bei Kontakt mit Streusalz gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen und anschließend sorgfältig trocknen. Besonders die Bereiche zwischen den Zehen dürfen dabei nicht vergessen werden.
★ Vorsicht bei Schneeklumpen
Besonders bei langhaarigen Hunden können sich zwischen den Zehen Schnee- und Eisklumpen bilden. Diese können drücken, scheuern und das Laufen unangenehm machen. Entferne festsitzende Klumpen behutsam, beispielsweise mit lauwarmem Wasser, statt sie gewaltsam herauszuziehen.

Hundepfoten im Sommer: Wenn Asphalt zur Gefahr wird
Nicht nur der Winter kann problematisch sein. Auch an warmen Sommertagen solltest du den Untergrund im Blick behalten.
Dunkler Asphalt nimmt Sonnenwärme auf und kann sich deutlich stärker erhitzen als die Umgebungsluft. Dadurch besteht die Gefahr, dass Hundeballen innerhalb kurzer Zeit schmerzhafte Verbrennungen erleiden.
Die American Animal Hospital Association empfiehlt als einfachen Orientierungstest, den Handrücken für etwa sieben Sekunden auf den Boden zu legen. Ist es unangenehm, die Hand dort zu halten, solltest du deinen Hund nicht darüber laufen lassen.
Dieser Test ist allerdings keine Garantie für Sicherheit. Besonders bei direkter Sonneneinstrahlung oder längeren Spaziergängen sind schattige Wege und kühlere Tageszeiten die bessere Wahl.
SOMMERTIPP
Lieber Waldweg als heißer Asphalt
Verlege Spaziergänge bei hohen Temperaturen möglichst in die frühen Morgenstunden oder auf den späteren Abend. Bevorzuge schattige, geeignete Naturwege und vermeide aufgeheizte Straßen, Sandflächen und andere heiße Oberflächen.


Hundepfoten richtig reinigen: So geht's
Eine gute Pfotenpflege muss weder aufwendig sein noch viele Produkte erfordern. Oft reichen wenige Minuten Aufmerksamkeit und die richtigen Handgriffe.
SCHRITT 01
Pfoten kontrollieren
Schau dir nach dem Spaziergang die Ballen, Krallen und Zehenzwischenräume an. Achte auf kleine Steinchen, Grannen, Rötungen, Verletzungen oder auffällige Veränderungen.
SCHRITT 02
Schmutz vorsichtig entfernen
Bei leichter Verschmutzung genügt häufig ein weiches, feuchtes Tuch. Nach Kontakt mit Streusalz oder stärkeren Verschmutzungen ist lauwarmes Wasser sinnvoll. Auf aggressive Reinigungsmittel solltest du verzichten.
SCHRITT 03
Gründlich abtrocknen
Trockne die Pfoten mit einem weichen Handtuch ab. Vergiss dabei die Zwischenräume nicht, denn länger anhaltende Feuchtigkeit kann die Haut dort zusätzlich belasten.
SCHRITT 04
Bei Bedarf pflegen
Sind die Ballen trocken oder besonders beansprucht, kann ein geeigneter Hundepfotenbalsam helfen. Bei gesunden, unauffälligen Pfoten ist regelmäßiges Eincremen dagegen nicht zwingend erforderlich.
UNSER ALLTAGSTIPP
Mach die Pfotenkontrolle zur Gewohnheit!
Gewöhne deinen Hund mit kleinen Belohnungen und kurzen, entspannten Übungen daran, dass du seine Pfoten berührst. So wird die regelmäßige Kontrolle einfacher und auch spätere Pflegemaßnahmen oder tierärztliche Untersuchungen können angenehmer verlaufen.
Braucht jeder Hund einen Pfotenbalsam?
Nein. Gesunde Hundepfoten sind grundsätzlich dafür ausgelegt, unterschiedlichen Untergründen standzuhalten. Eine leicht raue Oberfläche ist völlig normal und muss nicht automatisch eingecremt werden.
Sinnvoll kann ein geeigneter Pfotenbalsam sein, wenn die Ballen sehr trocken sind oder durch winterliche Bedingungen besonders belastet werden. Wichtig ist, ein für Hunde geeignetes Produkt zu wählen und die Anwendungsempfehlungen zu beachten.
Verwende nicht wahllos menschliche Cremes oder stark parfümierte Pflegeprodukte. Manche Inhaltsstoffe sind für Hunde ungeeignet, besonders weil sie aufgetragene Substanzen möglicherweise ablecken.
★ Weniger ist manchmal mehr
Eine gesunde Hundepfote muss nicht täglich gewaschen, eingecremt oder intensiv behandelt werden. Entscheidend sind der tatsächliche Pflegebedarf, die äußeren Bedingungen und das individuelle Wohlbefinden des Hundes.
Pfotenhaare und Krallen: Wann sollte man kürzen?
Zur Pfotenpflege gehört nicht nur der Blick auf die Ballen. Auch zu lange Krallen oder stark überstehendes Fell zwischen den Zehen können Probleme verursachen.
Haare zwischen den Ballen
Besonders langhaarige Hunde haben häufig viel Fell zwischen den Zehen. Darin können sich im Winter Schneeklumpen bilden oder kleine Fremdkörper verfangen.
Überstehendes Fell kann bei Bedarf vorsichtig gekürzt werden. Die empfindliche Haut zwischen den Ballen darf dabei nicht verletzt werden. Wenn du unsicher bist oder dein Hund die Pfote nicht ruhig hält, lass dir die richtige Vorgehensweise von einer fachkundigen Person zeigen.
Krallen regelmäßig kontrollieren
Die Krallen nutzen sich je nach Bewegung, Untergrund und individuellem Wachstum unterschiedlich stark ab. Bei manchen Hunden reicht die natürliche Abnutzung aus, bei anderen müssen sie regelmäßig gekürzt werden.
Zu lange Krallen können die Belastung der Pfoten verändern oder hängen bleiben. Da sich im Inneren Blutgefäße und Nerven befinden, sollten sie nicht unüberlegt geschnitten werden. Bei Unsicherheit hilft eine Tierarztpraxis oder eine fachkundige Hundepflege.
Was tun, wenn eine Hundepfote verletzt ist?
Trotz guter Vorsorge lassen sich kleinere Verletzungen nicht immer vermeiden. Ein spitzer Stein, eine Glasscherbe oder eine heiße Oberfläche können schnell zu Problemen führen.
Typische Warnzeichen sind plötzliches Humpeln, auffälliges Lecken an einer Pfote, Blutungen, Schwellungen oder das Vermeiden einer normalen Belastung.
Bei kleinen oberflächlichen Verletzungen
Beende zunächst die Belastung und untersuche die Pfote vorsichtig. Oberflächlicher Schmutz lässt sich mit sauberem Wasser entfernen. Verhindere möglichst, dass dein Hund die betroffene Stelle ständig ableckt.
Bei tiefen Wunden, anhaltenden Blutungen, starken Schmerzen, Verbrennungen oder sichtbaren Fremdkörpern ist tierärztliche Hilfe notwendig. Tief sitzende Gegenstände solltest du nicht selbst herausziehen.
Bei möglichen Verbrennungen
Bringe deinen Hund sofort von der heißen Oberfläche weg. Eine vorsichtige Kühlung mit kühlem, nicht eiskaltem Wasser kann als erste Maßnahme sinnvoll sein. Verwende kein Eis direkt auf der Haut und trage keine ungeeigneten Salben auf.
Verbrennungen sollten tierärztlich beurteilt werden, auch wenn die Verletzung zunächst harmlos aussieht. Schäden an den Ballen können sich erst später vollständig zeigen.
Wann zum Tierarzt?
Wenn dein Hund deutlich lahmt, eine Pfote nicht mehr belasten möchte, offene oder tiefe Risse hat oder eine starke Schwellung zeigt, solltest du die Ursache zeitnah tierärztlich abklären lassen.
Bei tiefen Wunden, starken Blutungen, schweren Verbrennungen oder Verdacht auf eine ernsthafte Verletzung ist eine sofortige tierärztliche Versorgung erforderlich. Wiederkehrende Hautveränderungen gehören ebenfalls untersucht.
Brauchen manche Hunde mehr Pfotenpflege als andere?
Ja, denn die Beanspruchung der Pfoten hängt nicht nur von der Jahreszeit ab. Auch Alter, Aktivität, Fellbeschaffenheit und gesundheitliche Voraussetzungen spielen eine Rolle.
Ein Hund, der täglich lange über unebenes Gelände läuft, benötigt möglicherweise andere Kontrollen als ein Hund, der überwiegend auf kurzen Stadtspaziergängen unterwegs ist.
Bei älteren Hunden können Bewegungsprobleme oder gesundheitliche Einschränkungen hinzukommen. Langhaarige Hunde benötigen unter Umständen mehr Aufmerksamkeit für die Zehenzwischenräume.
Entscheidend ist deshalb nicht eine starre Pflegeroutine für alle Hunde, sondern die Beobachtung deines eigenen Vierbeiners.
Fazit: Gesunde Hundepfoten brauchen vor allem Aufmerksamkeit
Hundepfoten sind echte Alleskönner. Sie tragen unsere Vierbeiner über unterschiedlichste Untergründe, federn Bewegungen ab und begleiten sie bei jedem Abenteuer.
Gleichzeitig sind sie nicht unverwundbar. Besonders Streusalz, extreme Temperaturen, scharfe Gegenstände und ungewohnte Belastungen können den Ballen zusetzen.
Die gute Nachricht: Eine aufwendige Pflegeroutine ist meistens gar nicht notwendig. Wer die Pfoten regelmäßig kontrolliert, bei Bedarf reinigt und auf Veränderungen achtet, schafft bereits eine wichtige Grundlage für gesunde und belastbare Hundepfoten.
Das Wichtigste auf einen Blick
✓ Kontrolliere Ballen, Krallen und Zehenzwischenräume regelmäßig.
✓ Entferne Streusalz nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser.
✓ Vermeide im Sommer stark aufgeheizte Untergründe.
✓ Verwende Pfotenbalsam nur bei Bedarf und achte auf geeignete Produkte.
✓ Achte auf zu lange Krallen und überstehendes Fell.
✓ Lass schmerzhafte, tiefe oder wiederkehrende Veränderungen tierärztlich untersuchen.
Quellen & weiterführende Informationen
Für diesen Artikel wurden tiermedizinische und tierschutzfachliche Empfehlungen berücksichtigt. Die Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle tierärztliche Diagnose oder Behandlung.
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